Die islamische Kultur in Andalusien

Das sonnenverwöhnte Andalusien ist eine der beliebtesten Ferienregionen Spaniens. Endlose Sandstrände und eine einzigartige Kultur ziehen jedes Jahr Millionen Touristen in ihren Bann. Andalusiens Hauptstadt ist Sevilla.

Was allerdings kaum einer der Urlauber weiß: Andalusien hat ein reiches islamisches Erbe vorzuweisen das mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Andalusien selbst wurde von den Arabern “Al Andaluz” genannt und war eines der wenigen spanischen Gebiete, das länger unter maurischer Herrschaft als unter spanischer stand. Auch in der spanischen Sprache sind noch viele Wörter erhalten geblieben die arabischen Ursprungs sind. Aber auch in den zahlreichen andalusischen Bauwerken wie beispielsweise der unter UNESCO-Weltkulturerbe stehenden Alhambra in Granada oder der Mezquita von Cordoba ist das maurische Erbe erhalten geblieben. Auch die Küche hat viele arabische Einflüsse und formte die schmackhafte und gesunde Küche, mit der man sogar problemlos abnehmen kann.

Die islamische Kultur in Andalusien erblühte unter dem sogenannten Emirat von Cordoba und gilt als die erste Hochkultur im mittelalterlichen Europa. Diese Hochkultur war gekennzeichnet durch das friedliche Zusammenleben dreier unterschiedlicher Kulturen: Judentum, Islam und Christentum und einem gemeinsamen Staatswesen. Die Araber galten als tolerant und erlaubten Juden und Christen das Ausüben ihrer jeweiligen Religion ohne Bestrafung. Auch das Alkoholverbot des Islam wurde locker ausgelegt und so konnte der Weinanbau ungehindert weiter betrieben werden. Arabisch war zu dieser Zeit die Sprache der Wissenschaft und so wurden Altgriechische Texte zunächst ins Arabische übersetzt bevor sie überhaupt ins Lateinische übersetzt wurden.

Im Jahre 1492 wurde die Herrschaft der Mauren durch die spanische Reconquista endgültig beendet nachdem die letzte Bastion der Mauren, Granada, gefallen war. Die Reconquista wird allgemein mit “Rückeroberung” übersetzt und bedeutet die Rückeroberung und das Abnehmen arabischer Gebiete in Spanien. Doch nicht nur die Araber wurden vertrieben: die katholischen Könige Fernando und Isabella erließen ein Edikt indem die Vertreibung aller Juden angeordnet wurde. Wer blieb oder nicht zum Christentum konvertierte den drohten Verfolgung und oftmals sogar der Tod. Die Reconquista führte unter anderem dazu dass zahlreiche arabische Bauwerke zerstört oder in christliche Bauwerke umgeändert wurden. So wurden beispielsweise die Moscheen in Kirchen umgewandelt.